Do-Not-Track: Ein Beitrag zur Wertsteigerung von User-Profilen

Seit Monaten wird in den USA über „Do-Not-Track“ diskutiert. Die FTC (Federal Trade Commission, die US-Verbraucherschutzbehörde) fordert – in sprachlicher Anlehnung an die erfolgreiche Do-Not-Call-Listen – die Möglichkeit zu schaffen, sich als Internet-User gegen Tracking zu verwahren. Während also in der EU zu Ende Mai ein Opt-In für Cookies eingeführt wird, soll in den in Datenschutzfragen traditionell entspannteren USA zumindest ein Opt-In kommen.

In den USA ist die Sorge groß: Do-Not-Track

„would cause major harm to the companies like online advertising networks, small and midsize publishers and technology companies“.

Aber ist die Sorge berechtigt? Für zumindest einen der derzeit diskutierten Do-Not-Track-Ansätze kann vollständige Entwarnung gegeben werden – nämlich für den Do-Not-Track-Header, den der Firefox-Browser ab der neuen Version 4 mitliefern kann:

  1. Der Do-Not-Track-Button ist per Voreinstellung deaktiviert.
  2. Kaum jemand wird ihn finden: Schon die Cookie-Verwaltung in den Firefox-Datenschutz-Einstellungen ist den meisten Usern unbekannt. Der Do-Not-Track-Button befindet sich nicht einmal im Menü „Datenschutz“, sondern gut versteckt unter „Erweitert > Allgemein“ und heißt auf Deutsch „Websites mitteilen, dass ich nicht verfolgt werden möchte“.
  3. Es werden dennoch alle Cookies akzeptiert.
  4. Und vor allem: Die Einstellung bewirkt rein gar nichts, da sie freiwillig ist:

„Wenn diese Einstellung aktiviert ist, teilen Sie der Website mit, dass Ihr Aufenthalt auf dieser Website nicht durch Werbetreibende aufgezeichnet werden soll. Die Beachtung dieser Einstellung ist freiwillig – die Websites müssen sie also nicht befolgen, wenn sie es nicht möchten.“

Im Gegenteil ist davonauszugehen, dass der Do-Not-Track-Button in etwa genauso hilfreich ist, wie das Anklicken des Unsubscribe-Links in einer Spam-E-Mail. Dies führt bekanntlich nur dazu, dass die Spammer wissen, eine echte, wertvolle, aktive E-Mail-Adresse erwischt zu haben – die sie umso teurer verkaufen können.

Wenn Tracking-Unternehmen nun auf einen Browser stoßen, der die Firefox-Voreinstellungen übernimmt („alle Cookies akzeptieren“) und lediglich zusätzlich „Websites mitteilen, dass ich nicht verfolgt werden möchte“ anklickt, dann ist das das Beste, was uns Werbern und Trackern passieren kann! Wir können/dürfen den Browser/User dennoch verfolgen und wissen zusätzlich, dass es sich um einen halbwegs informierten, gebildeten und damit wertvollen User handelt.

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